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FREI

Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms

(Tb)

von Handke, Peter   (Autor)

Der Titel dieses Bandes ebenso wie der Inhalt des gleichnamigen Aufsatzes sind eine ironische Provokation derjenigen Literatur, die sich selbst gern eine realistische nennt. Indem Handke das Verdikt dieser normativen Literaturauffassung auf sich bezieht, verteidigt er engagiert die erkenntniskritische und Wirklichkeit abbildende Funktion der literarischen Methode gegen die Fiktion einer selbstgenügsamen Fabel. - Die gesammelten Aufsätze, die allgemein theoretischen und die Filmkritiken, die Buchbesprechungen und die sich auf die Tagespolitik beziehenden (z. B. »Die Tautologien der Justiz«) enthalten programmatische Äußerungen über die gegenwärtige kulturelle und gesellschaftliche Situation. Und sie sind Ausdruck eines weitgespannten Temperaments.

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Produktbeschreibung

Der Titel dieses Bandes ebenso wie der Inhalt des gleichnamigen Aufsatzes sind eine ironische Provokation derjenigen Literatur, die sich selbst gern eine realistische nennt. Indem Handke das Verdikt dieser normativen Literaturauffassung auf sich bezieht, verteidigt er engagiert die erkenntniskritische und Wirklichkeit abbildende Funktion der literarischen Methode gegen die Fiktion einer selbstgenügsamen Fabel. - Die gesammelten Aufsätze, die allgemein theoretischen und die Filmkritiken, die Buchbesprechungen und die sich auf die Tagespolitik beziehenden (z. B. »Die Tautologien der Justiz«) enthalten programmatische Äußerungen über die gegenwärtige kulturelle und gesellschaftliche Situation. Und sie sind Ausdruck eines weitgespannten Temperaments. 

Inhaltsverzeichnis

1957. Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms. Zur Tagung der Gruppe 47 in den Heimatroman". Marcel Reich-Ranicki und die USA. Die Literatur ist romantisch. Straßentheater und Theatertheater. Für das Straßentheater, gegen die Straßentheater. Horv th und Brecht. Theater und Film: Das Elend des Vergleichens. Ein Beispiel für Verwendungsweisen grammatischer Modelle. Probleme werden im Film zu einem Genre. Die Arbeit des Zuschauers. Dressur der Objekte. Vorläufige Bemerkungen zu Landkinos und Heimatfilmen. Dummheit und Unendlichkeit. Bemerkung zu einem Gerichtsurteil. Der Monopol-Sozialismus. Zu Hans Dieter Müller, "Der Springer Konzern". Die Tautologien der Justiz. Zu dem Sammelband "Wochenende". Zu Wolfgang Bauer, "Magic Afternoon". Zu G.F. Jonke, "Geometrischer Natürlichkeit. Als ich "Verstörung" von Thomas Bernhard las. Totenstille beim Heurigen. Anneliese Rothenberger & Karl Valentin. 

Leseprobe

1957
Das Betragen:

Ich stand auf, wenn ein Vorgesetzter den Raum betrat. Ich
fehlte nicht unentschuldigt. Wenn ich mich als krank zu
Bett legte, zeigte das Thermometer, daß ich berechtigt im
Bett lag. Als es in Mode kam, sich mit Kreide Hakenkreuze
auf die Handfläche zu zeichnen und damit Nichtsahnenden auf die Schulter zu klopfen, war ich meist der Beklopfte.
Die Eisblumen auf den Fenstern im Winter wagte ich nicht
während des Unterrichts anzuhauchen. Manchmal las ich
unter der Bank. Sooft die Lehrer mich anschauten, versuchte
ich EHRLICH und OFFEN zurückzuschauen. Auf Befehl
konnte ich sofort die Hände auf den Tisch legen. Meist
waren meine Schuhbänder so kurz, daß ich sie nicht zubinden konnte.
Die Religion:

Ich glaubte manchmal an Gott, den allmächtigen Vater,
Schöpfer Himmels und der Erden. Während der Messe wartete ich auf die Bewegungsänderungen, vor dem Evangelium auf das Aufstehen, vor der Predigt auf das Sitzen, vor
der Wandlung auf das Knien. Als der Bischof der Diözese
zu Besuch in das Internat kam, trat er im Studiersaal sofort
auf mich zu und erkundigte sich nach meinem Namen. Weil
meine Mutter ein Kind erwartete, gelobte ich vor dem
EWIGEN LICHT, sollte alles gut ausgehen, würde ich
wirklich Priester werden. Ich begann gern zur Beichte zu
gehen und erfand Sünden. Der Kardinal von Ungarn mußte
vor den Kommunisten in der amerikanischen Botschaft ZU-FLUCHT suchen. Ich lernte die Namen aller Bücher des
Alten Testaments und die Bauart des Tempels Salomons.
Wenn ich die Hostie mit den Zähnen berührte, erschrak ich.
Ein aus China vertriebener Missionar berichtete von den Leiden
der Europäer dort und zeigte Lichtbilder.  

Autoreninfo

Peter Handke wurde 1942 in Griffen/Kärnten geboren. Nach seiner Kindheit, die er im Berliner Ostsektor und in Griffen verlebte, studierte er in Graz Jura. 1965 brach er nach der Veröffentlichung seines ersten Romans sein Studium ab und arbeitet seither als freiberuflicher Schriftsteller. Er lebte zunächst in Graz, dann in Düsseldorf und Berlin, Paris, Kronberg im Taunus, in den USA und ab 1979 längere Zeit in Salzburg. Zur Zeit wohnt er in Chaville in Frankreich. 1973 wurde Peter Handke mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. 

Mehr vom Verlag:

Suhrkamp Verlag AG

Mehr vom Autor:

Handke, Peter

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Kartoniert
Seiten: 233
Sprache: Deutsch
Erschienen: Januar 1972
Auflage: 12. Auflage
Maße: 177 x 108 mm
Gewicht: 213 g
ISBN-10: 3518365568
ISBN-13: 9783518365564
Verlagsbestell-Nr.: 36556

Bestell-Nr.: 103896 
Libri-Verkaufsrang (LVR): 212200
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KNO: 00559160
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KNO-SAMMLUNG: suhrkamp taschenbuch 56
KNOABBVERMERK: 13. Aufl. 1998. 234 S. 177 mm
Einband: Kartoniert
Auflage: 12. Auflage
Sprache: Deutsch

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