PORTO-
FREI

Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke

(Tb)

von Handke, Peter   (Autor)

Diese drei Stücke ohne Handlung, ohne Szenenbilder und ohne Requisiten sind Sprechstücke, die, nach den Klangelementen der Beatmusik gebaut, die Sprache selbst zum Inhalt machen, es sind Versuche, auf dem Theater Wirklichkeit durch Sprache zurückzugewinnen. Sie bedienen sich der natürlichen Äußerungsform der Beschimpfung, der Selbstbezichtigung, der Beichte, der Aussage, der Frage, der Rechtfertigung, der Ausrede, der Weissagung, der Hilferufe. Dabei zerstört der Autor den Illusionscharakter auch des modernen Theaterstücks: die Spieler sind die Beobachter, das Publikum ist das Thema. Indem Handke das Theater aufhebt, macht er neues Theater.

Buch (Kartoniert)

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Produktbeschreibung

Diese drei Stücke ohne Handlung, ohne Szenenbilder und ohne Requisiten sind Sprechstücke, die, nach den Klangelementen der Beatmusik gebaut, die Sprache selbst zum Inhalt machen, es sind Versuche, auf dem Theater Wirklichkeit durch Sprache zurückzugewinnen. Sie bedienen sich der natürlichen Äußerungsform der Beschimpfung, der Selbstbezichtigung, der Beichte, der Aussage, der Frage, der Rechtfertigung, der Ausrede, der Weissagung, der Hilferufe. Dabei zerstört der Autor den Illusionscharakter auch des modernen Theaterstücks: die Spieler sind die Beobachter, das Publikum ist das Thema. Indem Handke das Theater aufhebt, macht er neues Theater. 

Zusammenfassung


Diese drei Stücke ohne Handlung, ohne Szenenbilder und ohne
Requisiten sind Sprechstücke, die, nach den Klangelementen
der Beatmusik gebaut, die Sprache selbst zum Inhalt machen, es
sind Versuche, auf dem Theater Wirklichkeit durch Sprache zurückzugewinnen.
Sie bedienen sich der natürlichen Äußerungsform
der Beschimpfung, der Selbstbezichtigung, der Beichte, der Aussage,
der Frage, der Rechtfertigung, der Ausrede, der Weissagung, der
Hilferufe. Dabei zerstört der Autor den Illusionscharakter
auch des modernen Theaterstücks: die Spieler sind die Beobachter,
das Publikum ist das Thema. Indem Handke das Theater aufhebt,
macht er neues Theater.

 

Inhaltsverzeichnis

Publikumsbeschimpfung. Weissagung. Selbstbezichtigung. 

Leseprobe

Sie sind willkommen.


Dieses Stück ist eine Vorrede.

Sie werden hier nichts hören, was Sie nicht schon gehört
haben.

Sie werden hier nichts sehen, was Sie nicht schon gesehen haben.

Sie werden hier nichts von dem sehen, was Sie hier immer gesehen
haben.

Sie werden hier nichts von dem hören, was Sie hier immer
gehört haben.

Sie werden hören, was Sie sonst gesehen haben.

Sie werden hören, was Sie hier sonst nicht gesehen haben.

Sie werden kein Schauspiel sehen.

Ihre Schaulust wird nicht befriedigt werden.

Sie werden kein Spiel sehen.

Hier wird nicht gespielt werden.

Sie werden ein Schauspiel ohne Bilder sehen.

Sie haben sich etwas erwartet.

Sie haben sich vielleicht etwas anderes erwartet.

Sie haben sich Gegenstände erwartet.

Sie haben sich keine Gegenstände erwartet.

Sie haben sich eine Atmosphäre erwartet.

Sie haben sich eine andere Welt erwartet.

Sie haben sich keine andere Welt erwartet.

jedenfalls haben Sie sich etwas erwartet.

Allenfalls haben Sie sich das erwartet, was Sie hier hören.

Aber auch in diesem Fall haben Sie sich etwas anderes erwartet.

Sie sitzen in Reihen. Sie bilden ein Muster.

Sie sitzen in einer gewissen Ordnung. ... 

Autoreninfo

Handke, Peter
Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt am Main in der Regie von Claus Peymann.Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1970), Wunschloses Unglück (1972), Der kurze Brief zum langen Abschied (1972), Die linkshändige Frau (1976), Das Gewicht der Welt (1977), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre der Sainte-Victoire (1980), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Versuch über die Müdigkeit (1989), Versuch über die Jukebox (1990), Versuch über den geglückten Tag (1991), Mein Jahr in der Niemandsbucht (1994), Der Bildverlust (2002), Die Morawische Nacht (2008), Der Große Fall (2011), Versuch über den Stillen Ort (2012), Versuch über den Pilznarren (2013).Auf die Publikumsbeschimpfung 1966 folgt 1968, ebenfalls in Frankfurt am Main uraufgeführt, Kaspar. Von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee 1971), Die Unvernünftigen sterben aus (1974), Über die Dörfer (1981), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1990), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1992), über den Untertagblues (2004) und Bis daß der Tag euch scheidet (2009) über das dramatische Epos Immer noch Sturm (2011) bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012) zu Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße (2016).Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), Ren‚ Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: ¯Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.®2019 wurde Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. 

Mehr vom Verlag:

Suhrkamp Verlag AG

Mehr aus der Reihe:

edition suhrkamp

Mehr vom Autor:

Handke, Peter

Produktdetails

Medium: Buch
Format: Kartoniert
Seiten: 112
Sprache: Deutsch
Erschienen: o.J.
Auflage: N.-A.
Maße: 175 x 108 mm
Gewicht: 92 g
ISBN-10: 3518101773
ISBN-13: 9783518101773

Bestell-Nr.: 103921 
Libri-Verkaufsrang (LVR): 111399
Libri-Relevanz: 2 (max 9.999)
 

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Warengruppe: 21110 

KNO: 00128151
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KNV-STOCK: 3

KNO-SAMMLUNG: edition suhrkamp 177
KNOABBVERMERK: 32. Aufl. 2008. 95 S. 177 mm
Einband: Kartoniert
Auflage: N.-A.
Sprache: Deutsch

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